Pünktlich um 8.15 Uhr erschien die Visite. Frau Dr. Tabatabai erklärte, dass heute die letzten Fäden entfernt würden und ich dann morgen nach Hause könne. Moment ... Ich begann zu rechnen: Morgen ist doch erst der 26.! Also wird es nun wirklich Zeit, mich zu remobilisieren (denn seit der ersten Mobilisierung durch die Physiotherapeutin bin ich doch ziemlich faul geworden und habe den Schwerpunkt sehr auf die Wundheilung gelegt). Ich hüpfte nach dem Frühstück unter die Dusche. Da klopfte Frau Dr. Tabatabai an wegen der Fäden. Wir vereinbarten durch die geschlossene Tür, dass ich mich gleich anschließend in der urologischen Ambulanz bei ihr melden würde. Als ich ankam, sollte gerade Helena in den Behandlungsraum geschoben werden. Ich durfte vorher noch schnell rein. Frau Dr. Tabatabai war mit meinen Dehnungsübungen zufrieden, zog die letzten Fäden und gab mir Verhaltensregeln mit: - Sport (ich habe im November mit Karate angefangen) darf ich frühestens in einem Monat machen.
- Hormone kann ich ab der kommenden Woche wieder nehmen (also ab dem 31.12.)
- Zuhause darf ich nun auch mit dem Dildo üben, jedoch bis zur vollständigen Wundabheilung nur ohne Vibratorfunktion.
- Den Platzhalter sollte ich mindestens die nächsten 8 Wochen benutzen (zumindestens nachts und wenn ich mich nicht übermäßig viel bewege)
- Das Trainingskit darf ich mit nach Hause nehmen und ich soll mir von den Schwestern auf der Station noch ein paar Spritzen Instillagel geben lassen (es ist wohl so teuer, dass es nicht verschrieben werden darf)
- Wenn das Instillagel alle ist, kann ich jedes beliebige Gleitgel aus dem Sexshop meines Vertrauens verwenden (es muss nicht steril sein). Nur Vaseline ist tabu (eigentlich selbstredend, denn sie ist ja kein Gel)
- Nach 8 Wochen kann die Nach-Op stattfinden. Ich soll mich dazu ca. 4 Wochen vorher bei der Sekretärin von Frau Dr. Krege telefonisch anmelden.
- Da bei mir unterhalb der Vagina die Haut schon etwas eingerissen sei, müsse diese nun im Rahmen der sekundären Wundheilung verheilen.
- Für die weitere Krankschreibung ist der Frauenarzt meines Vertrauens zuständig.
Nach dem Nachmittagstee beschloss ich, mich mal anzuziehen (auch um zu sehen, ob mir die Kleidung, die ich mir für die Heimfahrt ausgesucht
hatte, noch passt) und in den Park zu gehen. Ich merkte, dass ich sehr langsam war, der Wind kalt und der Spaziergang ziemlich anstrengend. Nach gut 20 Minuten war ich denn doch froh, wieder ins Bett kriechen zu können. Blöd wie ich war, habe ich den Platzhalter beim Spaziergang natürlich eingesetzt gehabt.
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