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    Freitag, 14. Dezember 2007
     
     
    Erste Komplikationen
     

    Als ich heute aufwachte, war noch alles in Ordnung. Aber während der Wartezeit auf das Frühstück stellte ich plötzlich etwas beunruhigendes fest: Meine Blase war voll und drückte unangenehm. Im Normalfalle wäre das das Zeichen gewesen, zur Toilette zu gehen. Aber man hatte mir ja bei der Op einen Blasenkatheter gelegt. Das heißt, ich konnte gar nicht zum Wasserlassen zur Toilette gehen und die Blase hätte auch nicht voll sein dürfen! Irgendwas stimmte da nicht! Als die Stationsärztin zu mir kam, berichtete ich, was mich bedrückte. Sie wollte sich darum kümmern und ging.

    Nachdem 30 Minuten lang nichts passiert war (auch kein Vorankündigung, dass etwas passieren werde) klingelte ich nach der Schwester. Diese holte die für mich zuständige Schwester, der ich alles noch mal berichtete. Sie tastete meine Blase ab und stellte fest, dass sie voll sei. Ich stellte fest, dass sie bereits zu schmerzen begann. Die Schwester ging kurz raus. Ich dachte voller Angst, was ist, wenn der Katheter nicht mehr funktioniert oder rausgerutscht ist. Muss der dann neu gelegt werden, und das eventuell unter Vollnarkose, weil sowas doch sicher sehr schmerzhaft ist? Die Schwester kam mit einer großen Spritze mit einer blauen Flüssigkeit wieder zurück. Warum muss in einem Krankenhaus eigentlich alles nach Spritze aussehen??? Sie sagte, sie würde jetzt eine Vorspülung durchführen und zog den Urinbeutel ab, setzte die Spritze an das offene Rohr und drückte die Flüssigkeit gen Blase. Ich spürte zu dem Schmerz der Blase kurz etwas Kühles. Dann wurde die Spritze auch schon wieder aufgezogen und beinhaltete neben Blau auch Urin. Spritze ab und Beutel wieder ran und es lief!!! Die Schwester meinte, es werde mir gleich wieder besser gehen und ging. Nach 5 Minuten war der Schmerz in Form von 1,2 Litern im Beutel. Befreit machte ich mich an mein Frühstück.

    Ach ja, eine Stunde später schaute die Stationsärztin kurz herein und fragte, ob wieder alles in Ordnung sei ...

    Am Nachmittag bemerkte ich ein verstärktes Ziehen im unteren und rechten Operationsgebiet. Sofort schoß es mir durch den Kopf: Meine Sitzübungen (wie sitzt es sich am besten und wie geht es gar nicht) oder mein Versuch, den Kompressionsstrumpf am rechten Fuß geradezuziehen, waren einfach zu viel gewesen. Das könnte ja morgen beim Verbandswechsel heiter werden. Nichts mit erstmaligem Entfernen des Platzhalters! Davor hätte ich auch Angst gehabt, weil ich beim ersten Verbandswechsel gemerkt habe, wie berührungsempfindlich die Region ist. Und die Vagina ist das Herzstück! Aber diese Angst wäre mir bedeutend lieber gewesen als die Angst, die jetzt hochkam. Was, wenn Unternähte gerissen sind und unter Vollnarkose neu genäht werden müssen? So ein Mist!

    Als Isabel gegen 21.40 Uhr anrief, war ich totmüde und natürlich auch nicht in der besten Stimmung wegen meiner Ängste. Aber ich war wohl auch nicht Frau genug, gleich darüber zu sprechen. Völlig erschöpft schlief ich gleich nach dem kurzen Telefongespräch in meiner neuen Seitenlage (das untere Bein leicht nach vorne angewinkelt, das obere nach hinten angewinkelt) ein.