Ist schon irgendwie merkwürdig. Habe ich an den Tagen nach der Op morgens auf die Schwestern gewartet, damit ich aus der schmerzhaften Rücklage befreit wurde, so erwartete ich sie heute als Signal, endlich auf die Toilette gehen zu können. Inzwischen habe ich festgestellt, dass es sinnvoll ist, sich für eine simple Tätigkeit wie das Wasserlassen auszuziehen, weil man gar nicht genügend Hände haben kann, um alles fest- und von der Toilette fernzuhalten. Erleichtert kehre ich in mein Zimmer zurück. Eigentlich sollte neben der täglichen Routine heute nichts anliegen. Also schrieb ich in Ruhe meine letzten Weihnachtspostkarten, damit auch alle das Kärtchen vor den Feiertagen im Briefkasten haben. Ich dämmerte nach dem Mittagessen im Bett dahin, als es unvermittelt hieß, ich solle in die urologische Ambulanz kommen. Also schnell auf Tagbetrieb umschalten und mich mit meiner Krankenakte nach unten auf den Weg gemacht. Was wollen die eigentlich heute von mir, ich war doch erst gestern da, fragte ich mich. Unten übte Frau Tabatabai mit mir das Einsetzen des Platzhalters (mir fehlen immer die letzten 5 Millimeter). Außerdem schien auch bei mir die Naht unterhalb der Vagina mürbe zu werden. Jedenfalls sollte ich künftig Spannungen in dem Bereich vermeiden, indem ich das Stück Naht mit Daumen und Zeigefinger zusammenhalte, wenn ich den Platzhalter einsetze. Den von Frau Dr. Tabatabai eingesetzten Platzhalter habe ich heute jedenfalls nicht mehr herausgenommen.
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