Darauf habe ich mich schon lange gefreut: Endlich wieder duschen zu dürfen. Gleich nach dem Frühstück begann ich mich vorzubereiten: Kompressionsstrümpfe ausziehen, Vorlage, Handtuch, Shampoo und Duschgel bereitlegen und dann los. Im Badezimmer habe ich dann alles um mich herumdrapiert und mich dann ausgezogen. Zum Herausziehen des Platzhalters habe ich mich auf die Toilette gesetzt, weil ich das als am angenehmsten empfand. Da war er wieder, der leicht säuerliche Geruch. Jetzt weiss ich endlich, woher er kommt: Aus mir. Und dann Haare gewaschen und geduscht. Abschließend noch ein wenig den Intimbereich geduscht. Das war ein merkwürdiges Gefühl. Wieder im Zimmer habe ich noch meine Übung abgehalten und fiel dann sauber und zufrieden ins Kissen. Am Nachmittag wurde ich dann plötzlich in die urologische Ambulanz gerufen. Eigentlich war ich heute doch gar nicht dran damit. Jedenfalls erwartete mich dort Frau Dr. Krege. Als ich dort auf dem gynäkogischen Stuhl wartete, dass die Behandlung begann, dachte ich, ich hätte eigentlich nichts dagegen, wenn der Blasenkatheter heute entfernt werden würde, dann hätte ich es endlich hinter mir. Frau Dr. Krege besah sich den operierten Bereich, holte den Platzhalter heraus, reinigte ihn und setzte ihn wieder ein. Währenddessen betrachtete ich die Stelle, an der der Katheter unter der Bauchdecke verschwand. Sie war feucht. Dann war Frau Dr. Krege fertig, zog mir die Miederhose wieder über und bat unsere Stationsärztin, mit mir den Rest zu erledigen. Diese kippte den Stuhl wieder in die Senkrechte. Ich wollte gerade aufstehen, da meinte sie plötzlich: Moment, da ist es nass. Sie suchte meinen Urinbeutel, fand diesen ordnungsgemäß an der Lehne befestigt. Dann sah sie das Ende des Katheters, das sich auf dem Fußboden entleerte. Geist über Materie: Ich hatte völlig schmerzlos mein Ziel erreicht. Doch was nun? Panik bemächtigte sich meiner: Muss der Katheter neu gesetzt werden?. Die Stationsärztin rief Frau Dr. Krege zu Hilfe. Diese meinte lapidar zu mir: Dann gehen Sie ab jetzt eben ganz normal zur Toilette und lassen anschließend in der Ambulanz eine Restharnbestimmung machen. Ziemlich verdattert trabte ich zur Station 2 zurück. Nachdem ich in den folgenden Stunden reichlich getrunken hatte, um die leere Blase mit Leben zu erfüllen, spürte ich, dass es langsam an der Zeit sei, mal die Toilette aufzusuchen. Ich setzte mich auf das Klo und dachte: Und nun? Welche Muskeln benutze ich nun, um mein Geschäft zu verrichten? Ich entschied instinktiv richtig, es erst mal ohne Muskeln zu
versuchen. Ich spürte, wie sich der Harnleiter langsam zu füllen gegann. Und dann floß es. Ich hatte es geschafft und fühlte mich glücklich. Wie ein Mädchen Pipi machen! Dass ich mich gegen Ende des Vorganges doch noch ganz erheblich selber nass gemacht habe, tat der Freude keinen Abbruch. Schnell abgetrocknet und runter in die Ambulanz. Dort war fast schon Feierabend. Deshalb nahm der Professor selber die Ultraschallmessung vor. Es war zwar noch ein Rest da, aber das Ergebnis war nicht so schlecht. An diesem Abend stellte ich das Trinken vorsorglich recht früh ein.
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