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    Freitag, 7. Dezember 2007
     
     
    Das Abenteuer beginnt
     

    Heute geht es nach Krefeld ins Krankenhaus. Um 2.35 Uhr klingelt der Wecker. Eine solche Uhrzeit ist sogar für mich als Frühaufsteher ziemlich hart an der Grenze zur Körperverletzung. Nach der Morgentoilette ein kurzes Frühstück und schnell noch den Abwasch gemacht (denn während meiner Abwesenheit soll kein Rasen wachsen) und dann wartete schon Isabels Vater um 4.05 Uhr vor der Tür. Wir fuhren im strömenden Regen zur S-Bahn nach Neugraben. Dort wurde nach 15 Minuten Warten die S-Bahn bereitgestellt und brachte mich zum Bahnhof Harburg. Mit 7 Minuten Verspätung (typisch Bahn) fuhr der Euro-City gen Duisburg. Wegen eines verspäteten Nahverkehrszuges wurde der Zug ab Dortmund für Pendler freigegeben. Es wurde kuschelig eng im Großraumwagen und ich war froh in Duisburg endlich aussteigen zu dürfen. Als die Regionalbahn dann durch die Vororte von Krefeld fuhr, wurde mir erstmals mulmig in der Magengegend: Nun bist du fast dort, wo du operiert werden wirst und dich die nächsten beiden Wochen aufhalten wirst. Was kommt da auf mich zu? Als ich länger auf den Bus warten musste, war das Gefühl wieder verschwunden. Der brachte mich dann in 7 Minuten zum Krankenhaus.

    Ich wurde sehr freundlich aufgenommen. Dann bekam ich einige Zettel in die Hand gedrückt und wurde zur Station 2 geschickt. Dort wurde auf dem Flur eben mal Blut abgenommen und ich mit viel mehr Papier ins Untergeschoss in die Urologie geschickt. Dort wartete ich ne ganze Weile, bevor das Körperteil, das Männer für ihr bestes Stück halten, von der Oberärztin begutachtet wurde. Sie meinte, es sei vielleicht ein bisschen zu wenig "Material". Aber das ließe sich im Bedarfsfalle aus dem Hodensack oder der Bauchdecke ergänzen. Nach einer Ultraschalluntersuchung des unteren Bauchraums wurde dann die Urinstrahlstärke gemessen. So was kannte ich bisher noch nicht. Aber die Werte schienen in Ordnung zu sein. Damit war ich erst einmal fertig und wurde zur Station 2 zurückgeschickt. Dort erhielt ich in einem Zimmer mein Mittagessen. Mein Bett würde dann demnächst bereitgestellt werden. Die anderen beiden Betten waren benutzt, aber leer. Aha, also ein 3-Bett-Zimmer. Nach dem Futtern wurde ich in die Radiologie geschickt, wieder mit meiner Akte unterm Arm. Röntgen und EKG. Danach stand im Zimmer 6 auf Station 2 auch mein Bett bereit und ich begann mich einzurichten.

    Kurz danach trafen auch die beiden anderen Mitbewohnerinnen ein und stellten sich als Heike und Kirsten vor. Beide waren vor 2 Wochen operiert worden und laborierten an Wundheilungsproblemen. Wir verstanden uns sofort.

    Der Nachmittag verlief ruhig. Ich habe erst mal den fehlenden Schlaf nachgeholt und bekam am Abend dann mein Essen mit den Worten: Das ist Ihre Henkersmahlzeit. Ab morgen gibt es für Sie nur noch flüssige Nahrung. Rauhe Sitten ... Dann noch eine Spritze gegen Thrombose für die Nacht und ich fiel in einen erholsamen Schlaf.