Eigentlich stand für heute nur der 4. Verbandswechsel auf dem Programm, bei dem der Verband gewechselt und endgültig entfernt werden sollte. Aber es wurde doch erheblich mehr. Erstmal wurde ich in die Ambulanz geschickt. Dort erklärte mir Frau Dr. Tabatabai, doch noch einmal auf die Station zurückzukehren, da es noch 20 Minuten dauern würde und sie für mich auch genug Zeit haben wollte. Also wieder nach oben ins Zimmer. Ich kam gerade richtig zum Mittagessen (Annabella bekam keine Hähnchenkeule und war eingeschnappt). Kaum war ich fertig mit dem Futtern und hatte mich gerade mal 3 Minuten hingelegt, sollte ich "zügig" nach unten in die Ambulanz kommen. Da angekommen, wurde ich auch von einer Schwester gleich in Empfang genommen. Sie bat mich in den Behandlungsraum, in dem ich schon mal ablegen und auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen sollte. Ich tat wie mir aufgetragen und wartete. Nach knapp 15 Minuten in der nicht unbedingt bequemen Sitzhaltung erschien Frau Dr. Tabatabai und drückte mir ein paar Einmal-Handschuhe in die Hand. Hoppla, was wird denn das jetzt? Sie entfernte den Verband, spülte einmal die Vagina durch, entfernte den Platzhalter und warf einen Blick tief in mein Innerstes. Dann erklärte sie mir, wie beim Platzhalter Luft abgelassen wird und er "in Form" gebracht wird. Dann drückte sie ihn mir in die Hand und ich sollte es selber ausprobieren. Anschließend bat sie mich, mit dem Finger in die Vagina einzudringen und die zu massierende Stelle zu ertasten. Sie liegt hinter dem Knick (die Vagina hat derzeit eine L-Form) und direkt über dem Beckenboden/Enddarm. Als ich dies tat, war das ein unbeschreibliches Gefühl. Das, worin mein Finger verschwand, war mein eigener Körper, das war ICH! Dann setzte Frau Dr. Tabatabai den Platzhalter wieder ein und bat mich nun, ihn herauszuziehen und selber auch wieder einzusetzen. Ach Du Sch...! Na gut, also heraus bekam ich ihn problemlos. Aber beim Einsetzen, hapert es bei mir bei den letzten 5 Millimetern. Sie meinte nach einem Korrekturversuch, dass es so aber wohl gehe. Als ich später im Bett übte, lief es ähnlich. Dafür bekam ich auf der Station mein "Übungsset" bestehend aus Kompressen, Octenisept (einem Wundantiseptikum), einer Unterlage (weil ja doch nicht immer alles hygienisch sauber ist und es mal hier und mal da tropfen kann), Instillagel (ein steriles Gleitgel) und eine spanische Wand, um beim Üben vor neugierigen Blicken geschützt zu sein.
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