Isabel und ihre Eltern hatten sich für heute zu Besuch angekündigt. Ab 9.30 Uhr - der Uhrzeit, zu der sie von Neu Wulmstorf losfahren wollten - schaute ich immer auf die Uhr und überlegte, wo sie sich gerade unterwegs befinden könnten. Um 12.45 Uhr dann der Anruf: "Wir sind in Krefeld und wollten fragen, ob es in der Cafeteria was
Vernünftiges zu futtern gibt." Da ich es nicht wußte, sind die drei erst noch zu dem in Sichtweite befindlichen McDonalds gefahren, um dann zu mir zu kommen. Mein Bengelchen und ich umarmten uns sehr lieb, nachdem wir 10 Tage geschmachtet hatten und es tat auch sehr gut, ihre Eltern wiederzusehen. Wir setzten uns nach einer kurze Vorstellung meiner Bettnachbarinnen in den glücklicherweise freien Aufenthaltsraum. Ja, auch ich setzte mich. Ich probierte ein wenig herum und beherzigte dabei die Anweisung von Frau Dr. Krege vom Vortage ("wenn Sie sich setzen, dann auf die Pobacken, niemals auf den Damm"). Heraus kam die "flegelige Stellung": Pobacken auf der Mitte der Sitzfläche, den Nacken an die Sitzlehne und die Beine gerade nach vorne. So sitzt es sich recht angenehm. In der Cafeteria hatte ich erstmals das Gefühl, am allgemeinen Leben wieder teilzunehmen. Isas Eltern gaben mir einen Tee aus. Nach einer viertel Stunde fuhren wir wieder hoch zum Zimmer, um den Sitzring in Betrieb zu nehmen (erste vorsichtige Diagnose: Er wirds auf der Heimreise tun), Sachen mitzugeben (einen Jogginganzug brauche ich hier wirklich nicht) und die Mitbringsel zu verstauen. Dann ging es an das Abschiednehmen. Ich (und auch Isa) hassen es. Aber die drei mußten wieder nach Hause, beträgt doch ein Weg allein 390 km, also fast 4 Stunden. Also verabschiedeten wir uns ganz herzlich in der Gewißheit, dass ich in spätestens 2 Wochen wohl zuhause sein würde. Ich zehrte noch lange von diesem schönen Nachmittag. Am Abend war ich fast nur am Telefonieren. Erst rief Heike aus Bochum an, erzählte ein wenig vom Winter-Wali-Thing, von dem sie gerade zurückgekehrt war, von ihrem Wellensittich und dass ausgerechnet Christoph Lühr sich nach mir erkundigt hatte UND bereits von der bevorstehenden Op wußte. Analysen mit Isabel ergaben, dass Susi aus München der Maulwurf in Willis Forum ist, sich dort informiert hatte und alles
brühwarm in Noirs SciFi-Channel erzählt hatte, in dem auch Christoph aktiv ist. Dann rief noch Sabine aus Oldenburg an, gratulierte mir und freute sich, dass ich im Gegensatz zu einigen anderen operierten Frauen richtig gut am Telefon klang.
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