Nach dem Wecken und der Visite erhielt ich gegen 7 Uhr erneut meinen Einsatzbefehl. Also Klobesuch (mit Bedacht) und Pille schlucken. Um 7.35 Uhr wurde ich aus dem Zimmer gefahren und durch verschiedene Gänge geschoben. Ich bekam Angst vor dem Setzen des Schmerz-Katheters. Plötzlich heißt es: Einmal nach nebenan auf den Op-Tisch rüberrutschen. Ich legte mich richtig hin und da gingen auch schon die Lampen aus ... * Ich öffnete die Augen, sah einen mir völlig fremden Raum, zwei Schwestern an einem Tisch an der Wand und eine Uhr, die 13.30 Uhr zeigte. Eine Schwester kam sofort zu mir herüber. Ich preßte ein "Wars das?" über meine Lippen. Sie nickte. Aber das kann doch gar nicht sein! Ich bat sie mich zu zwicken, was sie auch tut und was unangenehm weh tat. Dann bedeutete sie mir, dass sie mich jetzt zurück ins Zimmer fahren würde. Ich dachte an den Satz, den Frau Dr. Krege einer Patientin nach der Op gesagt hatte, als sie noch bei Frau Dr. Spehr in die Schule ging: Es ist ein Mädchen! Ich begann zu weinen - vor Glück! Erwähnenwert an diesem Tag waren nur noch zwei Dinge: Eine unbändige Übelkeit mit allen zugehörigen Folgen, die durch eine Spritze in die Tropfzuleitung gelindert wurde, und der Anruf meiner Liebsten, bei der ich vornehmlich das getan habe, was sie am meisten haßt: Geheult - wieder vor Glück!!!
* Das war nicht das Standardverfahren und wurde nur so bei mir durchgeführt, um Zeit zu sparen, da ja noch eine weitere Op an diesem Tag anstand. Normalerweise wird erst (wie vom Anästhesisten erklärt) der Schmerzkatheter gesetzt, dann erfolgt die Umbettung auf eine luftbeheizte Decke und erst dann die Narkose.
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