Heute wurden wir schon um 7.10 Uhr geweckt. Ich empfand das als unverschämt früh und ertappte mich dabei, dass ich zuhause über eine solche Aufstehzeit glücklich gewesen wäre. Also hat mich der Krankenhaus-Alltag voll erfasst. Nach der Visite und dem FrÃühstÃück wurde mir dann mitleidig von einer Schwester mitgeteilt, dass ich nun 2 Liter zu trinken zum Darmreinigen bekommen würde. Ich meine, sie brauche nicht bedrückt zu sein, weil sie es ja nicht zu trinken brauche. Nach gut zwei Stunden war ich - zum Erstaunen aller - mit dem Trinken fertig. Hätte man mir schneller den Nachschub gebracht, wäre ich auch noch schneller gewesen. Nur die Toilettenbesuche sollten noch ein paar Stunden länger dauern. Dann waren Kirsten und Heike sehr nett und haben mir nacheinander ihren operierten Genitalbereich gezeigt, damit ich einen Eindruck davon bekomme, was mich nach der Op so in etwa erwarten wird. Wichtig war auch zu sehen, an welchen Ecken bei ihnen Komplikationen aufgetreten waren: Die (äußeren) Labia werden aus zwei Teilen zusammengesetzt, dem äußeren und dem inneren. Und diese Naht (oder sollte ich besser sagen: getapten Stellen) kann beim Dehnen der Vagina leicht reissen. Ebenfalls gefährdet ist der untere Auslauf der Labien zum Damm hin. Auch dort kann es zu Ablösungen kommen und kam es bei den beiden auch. Ansonsten unterschieden sich die beiden Frauen vom Genitalbereich sehr. Das ist eben das Individuelle daran und ich werde mich überraschen lassen, wie es bei mir aussehen wird. Am Nachmittag kam eine Schwester und brachte mir für morgen diverse Utensilien: Ein Flügelhemd, eine spezielle Op-Unterhose, eine Betteinlage und eine grüne Kopfhaube. Außerdem wurde mein Bett nun mit einem Galgen ausgerüstet und auch schon die Halterungen für die
verschiedenen Lösungs-Beutel befestigt. Das sieht aber nun wirklich schon sehr nach Operation aus und verstärkt meine Unruhe doch nicht unerheblich. Als sie weg war, haben wir das "Bitte nicht stören"-Schild rausgehängt, das den Schwestern signalisiert, dass im Raum eine Vaginalmassage stattfindet. Da ich eine Fotostudie über die Veränderungen meines Genitalbereiches während meines
Krankenhaus-Aufenthaltes vorhatte, bat ich Heike, von dem Stück zwischen den Beinen ein "Vorher"-Foto zu machen. Sie machte vier Fotos. Als ich mir die Ergebnisse ansah, fielen mir fast die Augen aus dem Kopf: Sie hatte Akt-Fotos von mir gemacht. Na gut, Ausschnitte werde ich wohl auf diese Seite stellen, aber der Rest ... der bleibt unter Verschluss (for my eyes only)! Nach dem Abendessen (oder sollte ich besser sagen: Abendtrinken) kamen zwei Schwestern und haben mich rasiert (den Op-Bereich). Ich selber wollte das denn doch nicht machen, erinnere ich mich doch nach Jahren immer noch an das rosa Badewasser danach! Und auch von dem Ergebnis danach wurde eine Fotosession geschossen. Dann rief auch Isabel an und wünschte mir alles Gute für den Folgetag. Anschließend bin ich duschen gegangen und habe mir auch die Haare gewaschen (man weiß ja nicht, wann die nächste Gelegenheit dazu bestehen würde). Dankenswerterweise lieh mir Heike ihren Fön. Dann gab es von der Nachtschwester noch eine Schlaftablette und dann Licht aus und dem großen Tag entgegengeträumt.
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