Heute war Wecken um 6.50 Uhr. Gleich danach stürmte die 5-köpfige Abordnung der Abteilung "Chefarzt und Visite" unseren Raum. Frau Dr. Krege proklamierte, Heike und Kirsten zugewandt: Die beide gehen heute; und bei mir, über den einen Fuß streichelnd, daß heute die erste Sitzung bei mir sei. Was für eine niedliche Umschreibung für einen stundenlangen aussehenverändernden Eingriff. Während die anderen beiden ihr Frühstück zu sich nahmen, erschien eine Urologin und wollte mir einen Tropf legen. Da Heike meinte, in der Armbeuge sei die Infektionsgefahr geringer als am Handgelenk, willigte ich ein. Die Urologin stocherte mit der Nadel ein paar Mal herum und meinte dann trocken: Für die Blutabnahme sei die Vene ja toll, aber für eine Infusion ... Dann also doch das Handgelenk. Nadel rein und angeschlossen. Fertig. Nur dieses Abtasten, ob die Nadel in ganzer Länge in der Vene liegt, finde ich fies! Während Kirsten und Heike packten, erhielt ich um 10.20 Uhr mein Signal. Da hieß es, noch mal zur Toilette gehen und mit Bedacht letztmalig durch die lange Harnröhre pinkeln, dann Flügelhemd, Netzunterhose und Thrombosestrümpfe anziehen, das grüne Op-Häubchen aufsetzen, die Scheißegal-Pille schlucken, hinlegen und liegenbleiben. Zu der Pille wurde ich korrigiert: Sie heißt
operationsvorbereitende Medikation. So wartete ich denn und - als die Müdigkeit mich übermannte - schlief auch ein wenig. Irgendwann hatten meine beiden Zimmergenossinnen zu Mittag gegessen und Kirsten war von ihrer Mutter abgeholt worden. Heike schlief fertig angezogen auf ihrem Bett und für die beiden neuen Zimmergenossinnen, eine Schweizerin, die nur italienisch sprach, und eine Türkin, wurden so langsam die Betten bereitsgestellt ... Wie gesagt, irgendwann danach, es war wohl gegen 13.20 Uhr kam Frau Dr. Krege telefonierend ins Zimmer und verkündete, das eine Op heute länger gedauert hätte und das Op-Personal um 17 Uhr Feierabend machen würde. Deshalb käme ich nun erst am Dienstag dran, da aber gleich früh morgens. Ich war ehrlich enttäuscht und konnte es auch nicht richtig verbergen. Aber um Tatsachen kam ich nun mal nicht umhin. Ich behielt Hemdchen, Höschen und Strümpfe gleich an und bekam abends gleich noch eine flüssige Mahlzeit. Die Schweizerin, die bereits ein paar Tage in einem anderen Zimmer gelegen hatte, sollte am selben Tag gleich nach mir operiert werden. Dieses Engagement von Frau Dr. Krege ist
bemerkenswert!!!
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