Bereits vor der Zeit waren wir mit allem fertig und haben um 10.45 Uhr ausgecheckt. Dann sind wir rüber zum Sportzentrum, um dort unsere Trollies einzuschließen. Dabei stellte sich heraus, daß die Schließfächer 3 cm zu klein sind. So durften wir unser Handgepäck den ganzen Tag bis zum Transfer mit uns herumfahren - also auch zum Mittagessen. Um 16 Uhr fanden wir uns in der Hotellobby ein, da wir keine Lust mehr hatten herumzulaufen. Um 17 Uhr kam der Transferbus und brachte uns nach Montego Bay zum Flughafen, während es langsam dunkel wurde. Am Flughafen warteten schon die "Geier" (Gepäckträger) und brachten das Gepäck in die Abflughalle. Wie auf Flughäfen in Urlaubsregionen üblich, riesige Schlangen vor den Condor-Checkin-Schaltern. Isabel erkundigte sich kurz bei der anwesenden TUI-Repräsentantin und wir durften an den Premiumschalter, an dem wir dann die zweiten waren. Außerdem erfuhr sie, das der Flieger zwar pünktlich landen würde, aber wohl zwei Stunden später gen Deutschland starten würde, weil kleinere Reparaturen am Flugzeug durchgeführt werden müßten. Wir gingen durch die Paß- und Gepäckkontrolle und waren im Duty-Free-Bereich. Dort stand als neue Abflugzeit 24.00 Uhr (geplant war 21.45 Uhr). Wir holten uns Wraps und 3 Flaschen Wasser, ich für meine Mutter eine Flagge, Isabel für sich Wortsuchhefte und eine Stange Camel ohne Filter für die nächsten 10 Jahre. Dann warteten wir ab. Gegen 20.15 schlossen die ersten Geschäfte. Wir wechselten zu unserem Gate 13, wo noch nicht allzuviel los war. Dort stand unsere Maschine mit dem Snoopy im Condor-Namen. Irgendwann beobachteten wir, dass 5 Techniker sich an der Backbord-Turbine zu schaffen machten. Meist standen sie an der offenen Turbine allerdings auch nur rum. 22 Uhr, inzwischen hatte auch der letzte Souvenirshop im Flughafen geschlossen und wir waren der letzte Flieger vor Mitternacht, deren Reisende noch rumstanden. Ein Jamaikaner mit erstaunlich guten Deutschkenntnissen machte von Zeit zu Zeit Durchsagen und erkundigte sich bei den einzelnen Reisenden, ob sie Fragen hätten. Wir erfuhren, dass die Crew jetzt aus dem Hotel geholt würde und dann die Maschine überprüft werden müßte. Als die Crew eintraf, ging sie an Bord. Dann wurde unsere Maschine vom Gate weg aufs Vorfeld geschoben. Dort heulten die Turbinen mehrfach im Leerlauf auf vollen Touren. Nach einer knappen halben Stunde kehrte die Condormaschine an unser Gate zurück. Nach weiteren 15 Minuten erhielten wir die Information, dass die Maschine fliegen könne und wir jetzt einsteigen dürften. Inzwischen war es 23.50 Uhr geworden. Isabel gefiel der Gedanke, mit DIESEM Flugzeug nach Deutschland zu düsen überhaupt nicht und auch ich hatte ein ziemlich mulmiges Gefühl. An Bord erklärte der Kapitän die Situation: Auf dem Hinflug hatte ein Sensor einen Fehler von der Backbord-Turbine gemeldet. Um den Fehler zu beseitigen, wurden in den USA Ersatz für alle in Frage kommenden Teile geordert und mit einem anderen Flugzeug nach MoBay bringen lassen. Nach dem Einbau mußte ein sogenannten Vollschubtest durchgeführt werden. Dieser sei erfolgreich gewesen. Das internationale Reglement sehe vor, nach einem Check dieser Art eine Route zu fliegen, die immer innerhalb von maximal 100 km einen Ausweichflughafen bietet.
|