Das Wecken fand heute morgen um 6.45 Uhr statt in Form der netten Nachtschicht-Schwester von der ersten Sitzung. Aber statt des Blutdruckmessens erklärte sie mir, dass sie mir jetzt den Harnröhren-Katheter ziehen würde. Mit einer Spritze zog sie Luft aus dem Schlauch, bat mich dann, tief Luft zu holen, und schwupp, war der Katheter draußen. Es war ein befreiendes Gefühl. Ich war noch nicht richtig mit dem Frühstück fertig, da wurde ich in die urologische Ambulanz bestellt. Dort mußte ich außerplanmäßig etwas warten und wurde dann in den Untersuchungsraum gebeten. Auf dem Stuhl zog sie das Pflaster vom Schamhügel, was sehr unangenehm war, fast etwas weh tat. Dann zeigte sie mir, während ich den Spiegel hielt, was sie bei der Operation gemacht hat (Klitoris tiefer gelegt etc.). Abschließend kremte sie die Wundstellen noch ein, zeigte mir, wie ich in nächster Zeit bougieren sollte und ich durfte zurück zu meinem Bett. Ich solle wiederkommen, wenn ich soweit wäre für eine Harnstrahl-Kontrollmessung. Und ich könne am Sonntag wohl nach Hause. Ist schon merkwürdig, diese 2. Sitzung: Kaum ist man da, wird man schon operiert. Kaum ist man aus dem Op raus, dreht sich alles schon wieder um die Entlassung. Gegen 13 Uhr werde ich die urologische Ambulanz gerufen. Ich soll da zur Harnstrahlmessung erscheinen. Ich erkläre dort, dass ich noch gar nicht muss. Also werde ich in den Warteraum geschickt, um dort noch das eine oder andere Wässerchen zu trinken. Während des Schlürfens lese ich in den ausliegenden TIME-Magazinen und im Stern. Nach einer Stunde hat sich endlich genügend Druck aufgebaut, dass ich mich zur Messung melde. Die Kurve sieht diesmal richtig gut nach einem Berg aus. Und 750 ml in 45 Sekunden liest sich auch viel besser als 500 ml in 68 Sekunden vor der Op. Blöd nur, dass von hinten vom Damm vereinzelt Bluttropfen mit ins Töpfchen fallen. Also werde ich mich erst mal etwas schonen in den nächsten Stunden.
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