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    Mittwoch, 26. März 2008
     
     
    Ach, sind Ihre Zähne auch alle fest???
     

    In der morgendlichen Visite verkündete Frau Dr. Krege, dass meine Bettnachbarin von uns beiden als erste dran sei und ich so gegen 13 Uhr operiert würde. Also ließ ich den Tag ruhig angehen, denn ich rechnete damit, erst so gegen 14 Uhr an der Reihe zu sein. Außerdem würde dabei dann auch die Harnröhre bei mir gedehnt werden, denn die Messung des Harnstrahls war nicht optimal. Ich erinnere mich an die ausgedruckte Kurve, die mehr einem Hochplateau als einem Gebirge glich.

    Ich hatte gerade mit Isabel telefoniert, die erst um 9 Uhr wegen widriger Witterungsverhältnisse (Schnee und Eis) am Arbeitsplatz eingetroffen war, als ich um 10.15 Uhr meine sedierende Tablette bekam mit dem Hinweis, dass es in 15 Minuten losgehe. Als es losgehen sollte, starrte eine Schwester auf meine mit halbdurchsichtigem Nagellack verzierten Fingernägel und meinte, der müsse aber ab. Bei der 1. Op hatte sich niemand daran gestört, aber meinetwegen. Ich bekam von einer Mitpatientin im Zimmer Nagellackentferner und einen Tupfer gereicht und machte beide Zeigefinger frei, damit während der Operation an den Fingerkuppen Puls und Sauerstoffsättigung gemessen werden konnte. Pünktlich wurde ich dann zum OP 4 in der 1. Etage gefahren und von den Schwestern gefragt, ob ich lose Zähne hätte. Dort wartete das Anästhesisten-Team bereits auf mich. Ich zog das Flügelhemd aus, setzte die Haarhaube auf und stieg wieder auf den OP-Tisch (ein gepostertes, schmales Bett) um. Die Anästhesistin, die mir dabei half, fragte erneut nach meinen Zähnen - ein running gag war geboren. Dann wurden meine Beine mit einem breiten Band fixiert und die Braunüle im linken Handgelenk gesetzt. Der Mann meinte, ich solle mir schon mal einen schönen Traum aussuchen, es würde nun nicht mehr lange dauern und - wie ist das mit meinen Zähnen? Wir mußten alle lachen. Dann setzte er die Betäubungsspritze an und mehr weiß ich nicht.

    Doch, jetzt erinnere ich mich wieder: Es ist 12.50 Uhr und ich werde aus dem Aufwachraum zurück ins Zimmer 5 auf der Station 2 gefahren. Zunächst noch etwas benommen, werde ich so ganz allmählich wieder fit und spüre diverse Schmerzquellen: Ein Ziehen vom Damm her, einen leichten Druck an der Harnröhre, in der sich ein Katheter befindet, und ein stechender Schmerz vom oberen Ende der Schamlippen. Unangenehm aber aushaltbar. Am Nachmittag wird der Tropf entfernt und die Braunüle gezogen - das ist doch schon mal was!

    Ich genoß das opulente Abendessen (am Operationstag!!!) Für die Nacht ließ ich mir Schmerztropfen geben, schlief entspannt ein und vergaß dabei meine abendlichen Blutdruckwerte: 80 : 60. Solche Werte kann man auch nur vergessen.