Sollte heute bei Dr. Jacobeit anrufen, um die Blutwerte mitgeteilt zu bekommen. Er meinte, zu mir, daß alle Werte soweit in Ordnung seien und ich hormonell auch optimal eingestellt sei. Jedoch mache ihm mein Thrombose-Risiko Sorgen. Das Risiko, eine Thrombose zu bekommen, betrage bei mir das Drei- bis Vierfache des Normalen. Wenn man das im Zusammenhang mit den Hormonen sieht, die das Risiko verzehnfachen, dann empfehle er, mich auf Blutverdünner einzustellen. Das traf mich natürlich wie ein Schlag. Ich sollte für den Rest meines Lebens zum künstlichen Bluter werden, damit ich als Frau leben kann und keine Thrombosen bekomme. Auf den Rat einer Bekannten hin (früher nannte ich sie mal Freundin) holte ich mir bei einer Hämatologin eine Zweitmeinung ein. Sie sah das Risiko nach eingehender Untersuchung nicht ganz so hoch an, daß ich Blutverdünner nehmen müßte. Aber dafür muß ich nun bestimmte Regeln einhalten: täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit trinken und vor Transatlantikreisen muß ich mir Heparin holen und direkt vor dem Flug selber spritzen (weiß nicht, ob ich das kann). Seitdem sehe ich die ärztliche Überwachung bei einer Hormontherapie in einem anderen Licht. Es ist nicht nur ein "soll", es ist ein "muß". Denn was nützt: Frau, aber tot?
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