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    Montag, 17. Januar 2005
     
     
     

    Nachdem ich mit der Betreuung bei meinem Gynäkologen in Hamburg-Ottensen hinsichtlich der gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung alles andere als zufrieden gewesen war (Änderungen der Dosierungen und Untersuchungen, die über die Feststellung der Leberwerte hinausgingen, mußte ich ansprechen, um überhaupt "Betreuung" zu erfahren), habe ich mich in einem Forum für Transgender nach Alternativen umgehört. Mir wurde von einer anderen Frau das Endokrinologikum in Altona und dort Dr. Jacobeit genannt. Die betreffende Frau war mit der dortigen Behandlung sehr zufrieden.

    Fein, dachte ich. Das Endokrinologikum ist für mich von meiner Arbeitsstelle aus in weniger als 10 Minuten zu Fuß erreichbar. Also rief ich Ende November 2004 dort an, um mir einen Termin geben zu lassen. Ich bekam aber erst einen Termin für heute um 11.30 Uhr.

    Dr. Jacobeit vermittelte mir sofort ein gutes Gefühl. Er wußte, wovon er redete und worauf es bei der Hormonbehandlung ankommt. Als ich ihm meine momentane Medikation genannt hatte, meine er, daß ich eigentlich schon recht gut eingestellt sei (habe ich doch nicht schlecht hinbekommen, oder? :-). Er schlug lediglich vor, anstelle von Progynova Estrifam zu nehmen, da Progynova ein synthetisches Östrogen sei und vom Körper nicht ganz so gut verarbeitet werden kann wie ein natürliches Östrogen.

    Beiläufig erwähnte er noch, daß er ca. 240 Patientinnen betreue. Ich war baff. Ich hätte niemals gedacht, daß es im Einzugsbereich des Endokrinologikums soviele Personen gibt, die sich in einer ganz ähnlichen Situation wie ich befinden. Na, dann muß der Doc ja ein Fachmann sein.

    Abschließend sollte ich noch ins Labor zur Blutabnahme. Als die Laborassistentin immer mehr Röhrchen in die Nierenschale legte (im ganzen waren es nachher 11 Stück), wurde mir doch etwas mulmig. Ich erinnerte mich an die Blutabnahme vor vielen Jahren in der Kurklinik, als beim Röhrchenwechsel plötzlich mein Kreislauf weggesackt war und ich mit Mühe auf eine Pritsche verfrachtet werden konnte. So bat ich hier, mich hinlegen zu dürfen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Technik, die sich inzwischen erheblich zugunsten des Patientin weiterentwickelt hatte. Man trennt nicht mehr das volle Röhrchen von der Nadel, sondern von einem Schlauch, der mit der Nadel verbunden ist. Ich merkte nichts von dem Röhrchenwechsel und schämte mich ein bißchen, daß ich mich so ängstlich verhalten hatte.