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    Donnerstag, 4. September 2003
     
     
    Tallinn (Estland)
     

    Wieder mal alleine los. Ich habe mir die Altstadt angesehen, in der mehrfach der Autoverkehr zusammenbrach, weil Touristenmassen die engen Gassen verstopften. Außer uns waren noch zwei weitere Kreuzfahrtschiffe angekommen. Später fing es leider wieder mal an zu regnen. Ich kaufte Ansichtskarten und sah dann viele kleine Blumenstände nebeneinander. Ich wollte den nettesten Bediensteten und meiner Mutter Blumen mitbringen. Also fragte ich, ob ich in Euro bezahlen könne. Leider nicht. Aber nebenan war eine Wechselstelle, in der ich estnische Kronen bekam. Ich kaufte 5 Rosen - innen rot und außen weiß. In einem Einkaufszentrum im Hafen holte ich mir dann noch ein blaues Mascara, passend zu dem blauen Kleid, das ich auf der Abschiedsgala an Bord tragen wollte. Wie sich noch am selben Nachmittag herausstellte, ist eine Kreuzfahrt nicht nur lustig, sie macht auch dick: Der verd... Reißverschluß wollte einfach nicht mehr zugehen. Also kein blaues Kleid zur Abschiedsgala! - An Bord erwartete mich bereits meine Mutter im Foyer, nachdem sie an der Rezeption erfahren hatte, daß ihre Tochter noch nicht wieder an Bord sei: Ich schenkte ihr eine Rose; ebenso den beiden Frauen an der Rezeption, an der ich den Kabinenschlüssel abholte. Das Zimmermädchen bekam auch eine. Die letzte gab ich unserer Stewardeß im Restaurant. Sie freute sich so sehr, daß sie sich am Abend immer noch mal wieder bedankte. Dank scheint an Bord nicht üblich zu sein. Na ja, es ist nun mal meine erste Kreuzfahrt und ich kenne das Bordleben noch nicht so genau.

    Am Abend war wieder einmal festliche Garderobe angesagt - die Halbzeitgala stand an. Nach dem Motto "wir steigern uns langsam" hatten sich meine Mutter und ich für heute auf lange Röcke verständigt; sie in grau und ich in schwarz. Dazu eine schwarze, lange Bluse und als Kontrast ein goldener Metallgürtel in Mäanderform. Ich merke, daß ich immer mehr an Sicherheit gewinne und auch nicht mehr aus der Ruhe zu bringen bin, als mich der Bordfotograf ins Visier nimmt.