Heute hatte ich Heimspiel. Unser Zielhafen hieß Mariehamn auf den finnischen Alandinseln. Heimspiel deshalb, weil ich seit einem Studienaufenthalt Mitte der 80er Jahre in Helsinki schwedisch fast fließend spreche. Meine Mutter begleitete mich heute wieder. Nach einem Bummel durch das Dorf (wie meinte der Cruisedirektor: Wenn Sie an eine Klippe kommen, dann bleiben Sie dort stehen, denn dort ist die Insel schon wieder zuende) gingen wir einen Kaffee trinken. Auf dem Weg in das Kaffee mußten wir an anderen Reisenden unseres Schiffes vorbei, die bereits vor dem Cafe saßen. Im Vorbeigehen hörten wir nur: "Das sind die beiden". Eben die typisch deutsche Verklemmtheit! Ein paar Meter und eine halbe Stunde weiter sah meine Mutter ein schickes Kleid (nicht mein Stil!). Wir gingen in den Laden, ich fragte nach der Größe, sie probierte an und kaufte. Drei Geschäfte weiter erstand sie noch eine passende Leggings. Ich fragte in einem Fotogeschäft, ob sie Digicam-Bilder ausbelichten könnten. Ja, in einer Stunde. Ich gab ein Bild in Auftrag, nach dem unsere Tischnachbarn im Restaurant gefragt hatten. Dann brachte ich meine Mutter zurück zum Schiff, um gleich danach wieder umzukehren, um das fertige Foto abzuholen. Mit dem Foto in der Hand kam ich nur bis zum Nachbargeschäft, einem Schmuckladen. Dort sah ich einen wunderschönen, schlichten, silbernen Halsreif. Ich frage eine Verkäuferin nach dem Preis: 39,50 EUR. Und ob er mir von der Größe her passen würde. Sie nahm ihn aus der Vitrine und meinte, ich solle ihn umhängen. Er paßte, wie ein Blick in den Spiegel zeigte. Ich kaufte ihn und bezahlte mit meiner Kreditkarte, die ich mir als Partnerkarte auf den Namen Beatrice habe ausstellen lassen. Ich brauchte keinen Ausweis vorzulegen, sondern einfach nur den Beleg zu unterschreiben. Ich war wirklich erstaunt, wie einfach der Einkauf vonstatten gegangen war. Nun denke ich aber auch, daß Skandinavien wohl das entscheidende kleine bißchen offener ist als andere Länder.
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