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    Mittwoch, 5. Juni 2013
     
     
    Ins Knie ge...
     

    Heute werde ich am Knie operiert. Um 8 Uhr trinke ich einen letzten Schluck Wasser, um den etwas trockenen Mund ein wenig anzufeuchten.

    Und irgendwie hat ich etwas Angst vor dem Termin. Warum? Ich weiß es nicht. Denn wenn ich aus der Narkose nicht mehr aufwache, kann es mir speziell doch egal sein (natürlich wünsche ich das weder Isa noch Eila). Und wenn ich wieder aufwache, habe ich es überstanden. Gegen Schmerzen gibt es Tabletten und wenn ich mich kaum bewegen kann, wird wohl kaum einer zuschauen und sagen: Nu mach mal! Eben eine Angst aus dem Bauch heraus, die sich einer Logik entzieht.

    Als ich beim Arzt ankomme, ist - wie üblich - viel los. Ich setze mich in den Flur und warte. Dann werde ich in den Raum 3 gebeten. Ich drück die Glastür mit der Aufschrift "OP - kein Zutritt" auf und werde von einer Assistentin empfangen. Sie geleitet mich in einen Behandlungsraum, in dem ich mich bis auf den Slip ausziehen soll. Ich bekomme so etwas wie ein Flügelhemd angezogen, das aussieht, als hätte man es gestärkt und dann gleich in den Schrank geworfen. Dann werde ich in den OP gebracht. Dort warten schon der Chirurg und der Anästhesist. Der Anblick des Letzteren und die Tatsache, daß es nun losgeht, lassen mich zur Ruhe kommen. Ich lege mich auf den OP-Tisch, rangiere das Bein in die vorbereitete Schiene und entspanne. Der Anästhetist setzt die Braunüle und meint dann zu mir: Ruhig weiteratmen. Ich spüre etwas Chemisches in meiner Armvene und dann gehen die Lichter aus.

    Ich wache in einem Bett auf. Es ist 12 Uhr. Das Bettzeug ist hübsch geblümt. Mein Mund ist ausgetrocknet. Da kommt die Assistentin, reicht mir einen blauen Becher Wasser und meint, ich könne mich aufrichten. Ich trinke das Wasser und in den Mund kehrt das Leben zurück. Dann bringt sie mir meine Kleidung. Ich bitte sie, mir die rechte Socke anzuziehen, denn ich merke, daß das rechte Bein viel von seiner Gelenkigkeit eingebüßt hat. Danach bringt sie mir zwei Gehhilfen, passend zu meinem lila Rock und dem fliederfarbnen Shirt auch in lila.

    Die ersten Schritte sind alles andere als sicher. Ohne die Hilfe der Assistentin würde ich ständig rechts und links gegen die Wände fallen. Ich nehme wieder im Flur Platz. Dieser ist nun leer bis auf eine Frau, von der ich wußte, daß sie auch operiert wird. Ich bekomme meine Krankschreibung ausgehändigt und einen Merkzettel, daß ich um 15.30 Uhr telefonisch meinen Zustand schildern soll. Nach 3 Anrufen wurde dann auch mein Schwiegervater erreicht, um mich abzuholen. Um 14 Uhr bin ich wieder zuhause.