Ein relativ langweiliger Tag, an dem das interessanteste noch das Auslaufen aus dem Nord-Ostsee-Kanal war. Abends stand dann die erste Gala auf dem Programm. Da heißt es sich in Schale zu werfen. Mit meiner Mutter habe ich mich darauf verständigt, daß wir unsere Kleidung aufeinander abstimmen. Und so standen für uns heute Hosenanzüge auf dem Programm; meine Mutter in einem grauen, ich in einem dunkelblauen. Dazu ein Seidentop, das etwas vom Dekollete und der Halskette zeigt, die mir meine Mutter für diesen Abend geliehen hat sowie flachen schwarzen Lederpumps. Also rundum eher unauffällig. Na ja, die Wimpern und die in rosa gehaltenen Lippen stachen vielleicht ein wenig hervor, aber wirklich nur ein wenig. Dennoch wurde ich wieder von einigen Augen auf Schritt und Tritt verfolgt. Und bevor wir in den Speiseraum eintreten konnten, mußten wir uns erst vom Kapitän begrüßen lassen, einem alten Russen, der schon vor einigen Jahren das Lächeln verlernt haben muß. Aber auch sonst sind ihm keine Gemütsregungen anzusehen.
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