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| Freitag, 4. Oktober 1991 |
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| Uta, die ich auf der legendären Geburtstagsfeier meines Bruders kennengelernt hatte, fuhr heute mit mir zu meinem ersten Con.
Legendär an dieser Geburtstagsfeier war, daß die Frikadellen, die mein Bruder selber hergestellt hatte (er war auch wirklich stolz darauf), von der Konsistenz her zum Einwerfen von Fensterscheiben geeignet waren. Und Uta und ich waren in der Küche am Philosophieren, wofür man eben diese Frikadellen noch verwenden könne - was den Hausherrn gar nicht freute.
Legendär an dieser Geburtstagsfeier war ferner, daß ich auf ihr Uta überhaupt erst kennenlernte. Eigentlich war das gar nicht so zufällig, denn meines Bruders Verlobte, der ich einmal erzählt hatte, daß ich gerne Adventure spiele, lud sowohl Uta als auch mich ein, da auch Uta die gleiche Vorliebe hatte. Und da könnten wir uns doch über ein gemeinsames Hobby wunderbar unterhalten. Ich hätte nicht gedacht,
daß ich Uta auch 15 Jahre später immer noch treffe und selber mit ihr Cons veranstalte.
Uta erzählte mir auf dieser Geburtstagsfeier, daß sie in einem Verein sei, der sich mit Fantasy befaßt. Nun hatte ich seit der
Mitgliedschaft im Kegelverein in meiner Jugend und den damit verbundenen Pflichten und Freizeiteinschränkungen von Vereinen eigentlich die Nase gründlich voll. Uta meinte aber, daß mir das bestimmt Spaß machen würde. In diesem Verein trifft man sich ein-, zweimal im Jahr für ein Wochenende und feiert dann gemeinsam. Und sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, doch mal mitzukommen. Nachdem sie mich einige Zeit bearbeitet hatte, sagte ich schließlich zu.
Heute nun fuhren wir zu einem solchen Treffen nach Ganderkesee bei Bremen. Uta nahm mich mit ihrem Transporter mit. Der Transporter machte einen recht chaotischen Eindruck auf mich. Ich erfuhr auf der Fahrt, daß diese Treffen Cons genannt werden. Als wir die Autobahn verließen und uns dem Zielort näherten, wurde mir langsam doch etwas mulmig und ich begann, meine Zusage zu bereuen. Ich fragte sie, was ich da machen soll, um nicht zu dumm als Neuling und Gast aufzufallen und wieviele Leute da sein würden. Sie verstand es aber mich zu beruhigen.
Als wir ankamen, wurde ich überraschenderweise von allen
möglichen Leuten begrüßt. Ich hatte erwartet, daß niemand von mir Notiz nehmen würde. Dann setzten wir uns gemütlich zusammen, tranken etwas und unterhielten uns. Oftmals verstand ich nur Bahnhof. Aber Uta war immer in meiner Nähe und erklärte mir, daß die Qun ein Volk innerhalb des Fantasy-Vereins seien, ebenso wie die Thuatha (von denen mich ein Angehöriger gerade anzuwerben versuchte) eins sind. Und daß die körperlich größte anwesende Person der Herrscher der Qun ist.
Entgegen meiner Befürchtungen wurde das Wochenende doch noch richtig lustig und auf der Rückfahrt nach Bremen am Sonntag gestand ich Uta, daß ich wohl wieder zu einem Con mitkommen würde, wenn sie mich mitnimmt.<
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