Ich war mit dem Auto unterwegs zu meiner Mutter. Die wollte am nächsten Tag zu einer Veranstaltung in der Nähe von Bremen gefahren werden. Deshalb war ich heute trotz Dunkelheit und Regen mit dem Auto unterwegs und fuhr - wie schon seit mehreren Jahren, seit die A 1 zwischen Hamburg und Bremen zur Superbaustelle wurde - über die Dörfer. Es war in der Nähe von Tarmstedt, als im Licht der Scheinwerfer eine tote Katze auf der Straßenmitte auftauchte. Isabel hatte für solche Fälle immer eine Plastikfolie im Kofferraum, um das Tier zu bergen und beim Tierarzt abzugeben. Ich war aber mehr als 50 km von unserem Tierarzt entfernt und es war bereits nach 18 Uhr und regnete. So fuhr ich weiter. Dieser Anblick ging mir aber nicht mehr aus dem Sinn. Was, wenn die Katze noch gelebt hat und jetzt durch meine Untätigkeit erst starb. Denn sie sah eigentlich unverletzt aus. Während ich am Grübeln war, vernahm ich plötzlich in mir folgende Worte: "Du kannst mir nicht helfen. Aber danke, dass du an mich gedacht hast." Ich war irritiert, weil die Worte mich aus meinen Gedanken rissen, sie also definitiv nicht meine Gedanken waren. Und nach einem Augenblick fügte die Stimme hinzu: "Es geht mir gut. Fahr weiter." Die Katze hatte von jenseits der Regenbogenbrücke meine Grübelei wahrgenommen und zu mir beruhigend gesprochen.
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