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    Donnerstag, 13. Oktober 2005
     
     
     

    Heute war ich mal wieder bei Dr. Jacobeit im Endokrinologikum. Nachdem ich beim letzten Besuch bei ihm erklärt hatte, daß ich die Östrogene absetzen wollte, will ich dieses Mal genau das Gegenteil von Ihm - die Hormontherapie wieder aufnehmen. Eigentlich müßte er mich für völlig verrückt halten, weil ich doch den Eindruck erwecken muß, ich wisse nicht was ich wolle. Hoffentlich hat mein Psychiater wenigstens vorher mit ihm telefoniert und er ist im Bilde.

    Nach einer halben Stunde Wartezeit ruft mich Dr. Jacobeit endlich in sein Sprechzimmer. Er fragt mich, wie ich mit meiner neuen Situation zurechtkomme. Ich erkläre ihm, daß die neue Situation (Leben als Mann und Frau) für mich bereits wieder Vergangenheit sei. Nein, Herr Dr. Preuß hat seit meinem letzten Besuch nicht angerufen. So erkläre ich ihm, da das Modell Mann+Frau gescheitert sei, ich durch mehrere Ereignisse nun sicher sei, das weitere Leben als Frau leben zu wollen und die Hormonbehandlung wieder aufnehmen wolle. Er scheint überhaupt nicht überrascht, sondern merkt an, daß ich für ihn nicht der einzige Fall dieser Art sei. Na ja, bei 240 Patientinnen nicht verwunderlich. Er korrigiert mich mit einem Lächeln, es seien inzwischen fast 260. Er schlägt wieder die Marcumarisierung vor. Ich spreche die eingeholte Zweitmeinung an. Er meint, daß die Hämatologin damit die Verantwortung für meine Gesundheit habe. Aber er bietet mir dennoch eine vernünftige Alternative an: Anstelle der Östrogene in Pillenform ein Östrogengel. Der Vorteil ist, daß das Gel nicht durch die Leber muß (Metabolisierung) und damit auch nicht die Gerinnungsfaktoren beeinflussen könne, die ebenfalls in der Leber erzeugt werden.

    Somit werde ich nun ab morgen mit 2,5 mg Estradiol und 5 mg Androcur neu eingestellt.