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    Dienstag, 11. April 2023
     
     
    Alte Heimat
     
    Isabel ist heute zu ihrer Mallehrerin in die Nähe von Worpswede gefahren. Da ihr Kreislauf in den vergangenen Tagen etwas instabil war, habe ich sie gefahren. Es war schön, mal wieder auf der Autobahn Gas zu geben (auch wenn mich Regenschauer von Zeit zu Zeit ausbremsten). Als ich sie am Ziel abgesetzt hatte, fuhr ich weiter. Ich wollte zum ersten Mal im Leben zum Bremer Weserstadion und dort zum Fanshop fahren. Ich war während meiner Polizeizeit schon in einem Fussballstadion gewesen, nämlich im Nordseestadion bei einem Spiel des OSC Bremerhaven. Aber das Weserstadion, das war schon was anderes. Noch dazu bei meinem Verein Werder Bremen. Ich kurvte also an der Autobahnabfahrt Bremen-Überseestadt (hieß früher mal Bremen-Freihäfen) nach Bremen rein. Vieles an der Streckenführung bekam mir auch noch bekannt vor, aber - vor allem in der östlichen Vorstadt - auch nicht. Irgendwann fuhr ich durch einen schmalen Tunnel unter dem Osterdeich durch und da stand das Weserstadion direkt vor mir. Ich suchte mir einen Parkplatz und sah - nichts (außer dem Stadion natürlich). Ich fragte zwei junge Leute, die mit ihren Hunden an der Stadionwand saßen: Der Shop war genau am entgegengesetzten Ende des Geländes. Also marschierte ich los durch den leichten Nieselregen. Endlich im Fanshop angekommen, fühlte ich mich gleich wohl ob der vielen grün-weißen Artikel. Leider war das Sortiment doch geringer als ich mir erhofft hatte. Aber am Ende trat ich mit einer Fahne wieder ans Tageslicht. Vom Stadion fuhr ich weiter in Richtung Bremen-Nord, wo ich das Licht der Welt erblickt hatte und aufgewachsen war. Zuerst fuhr ich zum Haus meiner Großmutter nach Bremen St. Magnus. Dort schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Das Mietshaus mit 4 Wohnungen sah noch genauso aus, wie damals, als ich als Kind bei ihr war. Weiter ging es nach Aumund, wo ich in einem 6-Parteien-Mietshaus aufwuchs. Dort hatten mir meine Eltern auch beigebracht, was ist zu sagen habe, wenn ich verloren gehen sollte und mich die Polizei fragt, wo ich wohne: Kor, Benen-Aunund, Banheide ses. Leider war an der Kreuzung eine Baustelle und ich konnte nicht an dem Haus vorbeifahren. Weiter ging es zu dem Reihenhaus, in dem wir während meiner Schulzeit wohnten. Auch das hatte sich ncht groß verändert. Es schien fast, als wäre die Zeit dort stehen geblieben. Ob der Nachbar, er nannte als Beruf Oberstudienrat, noch lebte? Von vorbeilaufenden Kindern wurde er damals gehänselt: Was willst du denn, du alter fetter Jogubär? Um die Ecke befand sich die Grundschule, wo ich die ersten 4 Schuljahre verbrachte. Leider stand ein häßlicher Baucontainer vor der Schule, so daß kaum etwas zu sehen war. Damit beendete ich meine Siteseeing-Tour durch Bremen-Nord und machte mich auf den Weg zurück nach Worpswede. Nur vielleicht zwischendurch noch einen Imbiß anfahren, weil mein Magen inzwischen bis aufs Bremspedal hängt. Doch entweder waren die gesichteten Imbisse geschlossen oder man konnte dort nicht halten. Also bin ich bis Worpswede durchgefahren. Als Isabel von der Mallehrerin wiederkam, war sie völlig geschafft. Also fuhr ich uns gleich nach Hause, wo wir uns erst einmal ausschliefen.