Bereits gestern haben wir beratschlagt, wie wir mit Vinnie weiter verfahren wollen. Weil er weiterhin kaum fraß, auch sein geliebtes Trockenfutter, das er normalerweise mit einem lauten Mau einforderte, verschmähte und sich nur noch am Abend kurz und rastlos blicken ließ, fassten wir den harten Entschluß, meinen Kater morgen gehen zu lassen. Ihn so leiden zu sehen und die bevorstehende Erlösung am Nachmittag nahmen mich so mit, dass es gut war, dass ich für heute kurzfristig Urlaub genommen hatte. Die übrigen Katzen und Kater versuchten mich zu trösten. Pepper hatte in der Nacht sogar erstmals bei mir im Bett an meinen Beinen geschlafen. Am Nachmittag ließen wir unsere Meute noch einmal in den gesicherten Garten. Auch Vincent legte sich noch einmal ins Gras, wohl wissend, dass es sein letztes Mal sein würde. Dann ging es für ihn - ohne große Gegenwehr - in die Transportbox und dann zur Tierarztpraxis. Dort wurden wird - nach ganz kurzer Wartezeit im leeren Wartezimmer - mit Vincent in den Behandlungsraum gerufen. Nachdem wir unseren Wunsch geäußert hatten, Vincent von seinen Leiden zu erlösen, zog der Arzt unseres Vertrauens die beiden Spritzen auf und setzte die erste. Mein Kater wurde zwar müde, aber stemmte sich mit seiner gesamten verbliebenen Kraft dagegen, einzuschlafen. Erst eine zweite Dosis sorgte dafür, dass die Müdigkeit ihn überwältigte und seine Augen starr wurden. Dann folgte die zweite Spritze, die seinem Leben und Leiden ein Ende setzte. Wir verabschiedeten uns von ihm beim Schein eines Teelichtes und Isabel fuhr uns dann traurig nach Hause. Ich musste meinen großen Jungen, wie ich ihn immer nannte geben lassen. Vielleicht trifft er ja Eila wieder, die im Jahr zuvor über die Regenbogenbrücke gegangen war und mit der er nun ungestört zusammen sein kann.
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