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    Montag, 14. Oktober 2013
     
     
    Eingeschlafen
     

    Heute waren wir mit Bella beim Tierarzt, um den Faden vom Kastrationsschnitt von vor 10 Tagen ziehen zu lassen. Auf dem Parkplatz vor der Praxis war es schwierig, überhaupt noch einen Parkplatz zu finden. Und auch das Wartezimmer war voll. So warteten wir 80 Minuten, bis wir endlich dran waren. Als die Ärztin fragte, ob wir nur wegen des Fadenziehens da seien, bejahten wir das. Da meinte sie, das hätte sie zwischendurch gemacht, da hätten wir nicht so lange warten brauchen. Nun wüßten wir ja für das nächste Mal Bescheid. Na ja, vorläufig liegt ja keine weitere Kastration an, denn es sind alle kastriert und mehr als 8 Katzen wollten wir beide nicht haben. So fuhren wir nach 3 Minuten im Sprechzimmer endlich wieder nach Hause.

    Dort erwarteten uns die übrigen Familienmitglieder und gaben Köpfchen oder legten sich gegen unsere Beine. Wir beide waren rechtschaffen müde und verkrümelten uns gleich ins Bett.

    Wie verabredet, weckte ich Isabel um 21 Uhr, weil sie um 21.15 Uhr etwas im Fernsehen wollte. Ich ging schon mal nach unten ins Wohnzimmer und wartete auf sie. Mir fiel ein merkwürdiger Geruch auf, den ich nicht einordnen konnte. Ich schenkte ihm aber keine weitere Beachtung. Als Isabel kam, schnupperte sie auch und ging zu ihrer Couch. Dort lag unser Kater Cherokee. Sie stupste ihn an, damit er Platz macht. Als er nicht reagierte, wollte sie ihn wegschieben und fing im nächsten Augenblick an zu schreien. "Cherokee ist tot!" Er bewegte sich nicht mehr und hing wie ein nasser Sack in ihren Armen. Ich war genauso geschockt wie Isabel. Ich rief ihre Eltern an, dass wir sofort zum Tierarzt müssten, weil Cherokee möglicherweise gestorben sei. Zeit zum Anziehen hatte ich nicht mehr. Ich warf mit den Anorak über das Nachthemd und wir düsten los. So schnell war ich noch nie beim Tierarzt. Die Ärztin erwartete uns bereits und war bei dem Anblick unseres Katers ebenfalls geschockt. Wir legten ihn auf den Behandlungstisch und sie schüttelte wortlos den Kopf. Er war wirklich tot, friedlich im Schlaf hinüber geglitten, ohne leiden zu müssen. Wir heulten los, streichelten ihn liebevoll und verabschiedeten uns ausgiebig von ihm.

    Stumm fuhren wir nach Hause. Isabel rief ihre beste Freundin an und redete bis zuhause mit ihr. Zuhause informierten wir noch ihre Eltern. Die waren aber inzwischen schon im Nachtzeug und wollten nicht mehr zu uns rüberkommen. Unsere übrigen Katzen liefen verstört durch die Wohnung und ganz besonders mein Kater Vincent suchte verzweifelt seinen Kumpel, mit dem er sich schleckte und raufte.

    Am nächsten Tag berichtete mir Isabel, daß Cherokee ihr nachts erschienen sei. Er war verstört, als er Susi sah. Sie meinte zu ihm: "Es ist alles in Ordnung. Du brauchst keine Angst zu haben." Er wolle aber zurück. Darauf Susi: "Das geht nicht." Cherokee war genauso überrascht wie wir, daß er nicht mehr in unserer Mitte war.

    Kein Kater mehr, der bei meinem Frühstück auf der Sessellehne lag und mir zuschaute oder darauf wartete, den leeren Joghurtbecher auszuschlecken oder beim Öffnen der Futterdose auf den Herd sprang, um als erster fressen zu können.

    Machs gut, Cherokee, vielleicht sehen wir uns bald wieder.